Friedrichshafen – wir sagen Danke!

Viel Spaß mit: The Artist picks…
Sinnvoller Content ist so ne Sache. Soziale Netzwerke ausschließlich für Konzertankündigungen und Nachberichterstattung in Form von Bildern oder Berichten zu nutzen wird eher dem „Netzwerk“ und weniger dem „Sozialen“ davor gerecht. Facebook und Konsorten limitieren schon seit geraumer Zeit Werbeplattformen von Bands, Künstlern, Firmen oder anderen Produkten durch ihre Algorithmen und die dadurch entstehende Minimierung der eigenen Reichweite. Wenn du Reichweite willst, musst du bezahlen und selbst das wird gefühlt immer weiter eingeschränkt. Darum geht es hier auch nicht hauptsächlich. Live spielen, Menschen treffen, Begegnungen durch die Musik zu schaffen ist unsere Motivation nach wie vor. Die vergangene Zeit lässt uns trotzdem nochmal anders kreativ werden. Daher hatten wir folgende Idee:
Wir sind wegen der Musik, wegen unserer Musik hier und möchten euch gern immer mal wieder an unserem „künstlerischen“ Prozess teilhaben lassen. Also wer das gerne mag ?. Da das „musikalische“ Rad nicht mehr neu erfunden werden kann und das folgende Thema immer wieder Gesprächsgegenstand vor und nach Konzerten ist und war, haben wir uns folgendes überlegt:
Wir werden jetzt eine „The Artists picks… Playlist“ bei Spotify anlegen, die immer mal wieder von einem Mitglied der Band erweitert wird. Die Geschichten bzw. die Inspiration hinter den Songs könnt ihr hier oder auf unserem Blog lesen.
Zur Playlist geht es hier entlang: https://spoti.fi/3gzVQeu
Wir freuen uns über eure Geschichten, die es vielleicht schon zu den unten genannten Songs gibt.
Konzerte machen wir auch noch welche im August und zwar:
13.08. Kultur am Ufer / Friedrichshafen
22.08. Kleine Klinke / Stuttgart
29.08. Kultursommer / Ettlingen – Link Tickets
So und jetzt zu den Geschichten hinter den Songs.
Speedway at Nazareth – Mark Knopfler:
Das muss 2010/2011 gewesen sein, als ich kurz vor dem Sommerurlaub im Drogeriemarkt Müller in Pforzheim stand, um noch ein wenig Kram für die Reise zu kaufen und an den damals noch besser bestückten CD Regalen entlang schlenderte. Immer am Eingang zum jeweiligen Genre war ein SALE Korb mit allem möglichen drin und weil ich die Dire Straits kannte und auch gerne mochte habe ich für ganze vier Euro die Sailing to Philadelphia mitgenommen. Eine der wenigen CD’s, die ich tatsächlich blind gekauft habe. Bis dahin hab ich mir Alben schon meistens wegen einem oder zwei Songs gekauft und genau diese dann auch erstmal exzessiv konsumiert bis ich mir den Rest angehört habe. Da ich keine Erwartungshaltung an das Album hatte und auch keinen Lieblingssong (Ich kannte nur What it is ein bisschen), hab ich sie von vorne angehört. Fazit: Für längere Fahrten ist das eine geniale Platte und richtig hängengeblieben bin ich bei Lied Nr. 10. Speedway at Nazareth. Der Song baut sich in über 6 Minuten auf und war bzw. ist immer noch eine Blaupause für minimalistische Arrangements – gerade im Hinblick auf das Schaffen von Atmosphäre. Über die Gitarrenlinie müssen wir keine Worte mehr verlieren, das ist bei Mark Knopfler eh immer exquisit, aber der Aufbau und die Songstruktur bietet selbst beim 200ten Mal anhören immer noch Überraschungen und verursacht bei mir immer noch eine Gänsehaut. Grandioses Lied und definitiv in meiner zeitlosen Top 10 zu finden.
Revelator – Gillian Welch:
David Rawlings und Gillian Welch sind ein amerikanisches Duo, die sich seit Mitte der 90er Jahre irgendwo zwischen Country, Old Time, Bluegrass und Folk bewegen. Für mich war die akustische Gitarre bis zum Folk, Country eher Mittel zum Zweck und halt praktisch für unterwegs, aber eigentlich war ich in den ersten zehn Jahren meistens aus Überzeugung elektrisch unterwegs. Stefan hab ich während meines Zivildienstes kennengelernt und durch die Gitarre hatten wir sofort ein gemeinsames Thema. Seine damals schon ausgeprägte Leidenschaft zu Folk und Country eröffnete mir damals eine komplett neue musikalische Welt und ich war in erster Linie beeindruckt von der Vielfalt, die diese Musik bietet. Oberflächlich betrachtet ist Country und Folk dann am Ende doch nur Johnny Cash oder noch derber hier in Deutschland Truck Stop,… . Neben der Vielfalt war natürlich auch die Geschwindigkeit und Präzision am akustischen Instrument total abgefahren und erstmal so over the top, dass man sich als Gitarrist fragt, wie zur Hölle sowas physisch machbar ist. Aber nun zurück zum Thema. Dave Rawlings ist der Leadgitarrist des Duos der meist langsamen, melodischen Folksongs. Hier konnte ich zum ersten Mal den Ansatz Leadstimmen über die Akkorde zu definieren und nicht mehr ausschließlich über Skalen und Tonleiter zu improvisieren nachvollziehen. Zudem haben die Zwei sowohl beim zweistimmigen Gesang, als auch beim Gitarrenspiel ein unfassbar gutes Gespür für Dissonanzen und „falsche“ Töne. Hört euch die ersten zehn Sekunden von Time The Revelator an und ihr versteht was ich meine. Dieses Lied ist für mein Dafürsein die Referenz für einen guten, besonderen Folksong.
Throw down the sword – Wishbone Ash:
Die Plattensammlung meines Vaters habe ich lange bevor ich selbst angefangen habe zu spielen immer nach interessanten Covers durchgehört. Ganz besonders schön fand ich eine gelbe Platte mit Palmen, einer aufgehenden Sonne und dem Schatten eines Flugzeugs drauf. Das waren genug gute Gründe, um die Platte gut zu finden. Bis dato kannte ich hauptsächliche kurze Songs und Throw down the sword mit knapp sechs Minuten und diesem langen (zweistimmigen) Gitarrenintro, das sich mit den Percussions, dem Klatschen des Publikums so langsam aufbaut, fasziniert mich bis heute. Ein guter Song braucht nicht viel :).
Otherside – RHCP:
Als auf MTV und VIVA noch Musikvideos liefen… Es muss 1999 gewesen sein als das Musikvideo von Otherside rauskam und es hat mich komplett umgehauen mit dem Seil im Hotel, der Kirchturmuhr als Schlagzeug, den Stromleitungen als Bass. Das war immer ein Highlight wenn dieses Video in der Heavy Rotation kam. Ich kannte das Album Californication davor schon und hab auch Otherside gleich zu Anfang als gut befunden, aber habe in meinem ersten Jahr als Gitarrist nicht so richtig kapiert wie man dieses Intro umsetzt. Ich war lange Zeit der Meinung, dass es nur mit der Gitarre gespielt wird, aber es klang immer irgendwie anders und nicht original. RHCP live auf dem roten Platz in Moskau war dann des Rätsels Lösung. Bass und Gitarre im Duett, aber beide Melodie- und Basslinie aufgeteilt. Auch das Solo. Also rundum einfach immer noch ein unfassbar guter Song mit einer wahnsinnigen Hookline. Bis ich mich intensiver mit diesem Song auseinandergesetzt habe war ich der festen Überzeugung, dass die Gitarre während des Gesangs immer eine begleitende Funktion haben muss. Sprich einfach Akkorde spielen. Bei Otherside läuft der Gitarrenlick so wunderbar konträr zum Gesang und beides darf für sich stehen und passt trotzdem irgendwie sehr sehr gut zusammen.
Danke fürs Lesen bis hierhin.
Hannes
Tja, wer kennt denn schon Pforzheim? Und vor allem, was gibt es denn aus Pforzheim ausser dem Fleischskandal und der höchsten Arbeitslosenquote Baden-Württembergs sowie der höchsten AfD Wählerschaft Süddeutschlands bitte positives zu berichten?
Das Positive liegt mir hier gerade vor und läuft auf meinem Plattenspieler.
Die aus Pforzheim stammenden Quiet Lane haben vor noch nicht all zu langer Zeit ihr erstes Album veröffentlicht und das auch noch auf Vinyl. Wow.
In der Region ist die Band schon sehr bekannt und bei diversen Festen heiß begehrt und so durfte ich es mir nicht nehmen lassen, mir ein Vinyl der Band zu besorgen, damit ich hier auch mal eine regionale Band mit einem Vinyl Release vorstellen kann.
Das Ergebnis von “Jäger lauf…” ist beeindruckend und sagt mir sehr zu, denn hier wird Singer-Songwriter Musik mit schönen Indie Sounds zusammengeführt und teilweise sogar mit klassischen oder Country Elementen positiv erweitert.
Die Band besteht aus den beiden Jungs Hannes und Simon, welche sich aber hier und da auch GastmusikerInnen dazu geholt haben.
Ein Schritt nach vorn kein zurück
In eine Welt die sich weiter dreht und nicht mehr steht
Lauf jetzt los
Textlich wird über Herz Schmerz sowie die Gesellschaft und persönliche Ansichten gesungen. Vor allem der Song “Lauf Jäger…” gefällt mir sehr gut. Aber auch die Lieder “Wenn Worte enden” und “An meiner Hand” sind nicht nur textlich sondern auch musikalisch auf sehr hohem Niveau und bleiben für die Ewigkeit.
Insgesamt sind die elf Song einfach wunderschön und dürften vor allem für Fans des Singer-Songwriter Genres interessant sein.
Dass in dieses Album sehr viel Herzblut gesteckt wurde, merkt man nicht nur bei der musikalischen und textlichen Aufmachen sondern auch am Cover und dem Beiblatt dieses LP.
Die Gestaltung des Covers stammt von der Ausnahmekünstlerin Sarah Chand aus Stuttgart und gemastert wurde das Album von Heiko Schulz.
Das hier vorliegende Album ist im Bereich regionale Musik einfach Spitze und ich kann nur hoffen, dass der Trend, wieder mehr regionale Bands in Pforzheim zu haben, nach oben geht. Schließlich war Pforzheim mal eine Musikhochburg von der leider in der aktuellen Zeit kaum noch was da ist und Kultur abseits von Oper und Theater kaum noch vorhanden ist. Die Stadt Pforzheim sollte sich der Sache annehmen und kleine Bühnen und Bands wieder mehr fördern, denn das Potential ist definitiv da, wie man unter anderem bei Quiet Lane hören und sehen kann.
Das Album kann man direkt bei der Band bestellen…
(Juli 2020: https://vinyl-keks.eu/quiet-lane-jaeger-lauf-col-vinyl-lp/)
Wir ziehen Bilanz nach dem Release und der damit verbundenen Kampagne „Fortsetzung folgt im Internet“ und schauen dankbar auf das, was ihr alle – was wir alle geschafft haben und was wir nun weitergeben dürfen.
Es war wie beim letzten Album – der Release stand an, die finalen Proben waren geplant und die Vorfreude sowie die Dankbarkeit unseren Unterstützern gegenüber waren riesig, als wir das Album und die LP in den Händen hielten. Am 27.03. hätten wir „Jäger lauf“ sehr gerne mit einem großen Konzert gemeinsam mit euch gefeiert. Der Plan hatte vorgesehen, dass wir am Folgetag in Kooperation mit Ute Wolfangel (SOUNDS FOR THOUSANDS) und dem AK Asyl Weil der Stadt ein Benefizkonzert für geflüchtete Menschen auf Lesbos spielen.
Dann kam Corona. Das Sozialleben, das Berufs- und Wirtschaftsleben wurden minimiert und das gewohnte Leben gefühlt auf Eis gelegt. Wir waren zwar traurig über unsere gecancelten Termine, ausfallende Proben und natürlich auch über die Folgen von Corona.
Nach vielen Absagen, Termin-Verschiebungen auf unbestimmte Zeit und viel Loslassen, kamen unsere Freunde Cloudy und Jere gemeinsam mit Hannes auf die Idee, neben der ohnehin weiterlaufenden Spenden-Kampagne, eine interaktive Online-Album-Präsentation zu starten. Songs in MP3-Qualität, Live-Kommunikation mit Live-Chat sowie viele Infos zu den Songs, zur Band und zur Kampagne. Wir danken euch für euer Dabeisein und eure Rückmeldungen zu diesem Abend sowie den SpenderInnen für ihre Beteiligung. Auch für uns war dieser Abend eine schöne Abwechslung. Ein besonders Dankeschön geht raus, an alle die diesen Abend mit möglich gemacht haben: Jeremias Endres (video-editing), Simon Schmitt (IT coordinator), Claudia Scheel (video editing), Paul Hoffer (video-editing), Ute Wolfangel (Kampagne Lesbos), Ray (Black Shack Recordings), Heiko Schulz (Mixing+Mastering), an Hannes, der das federführend von Bandseite aus koordinierte sowie an die Band, die den Jäger zum Laufen bringt.
Nun zu den positiven Zahlen:
Es werden jeweils ca. 3000€ an folgende Empfänger weitergeleitet:
„The Hope Project“, die den Menschen im Massenlager auf Lesbos jeden Tag ein wenig Hoffnung und existenzielle Unterstützung geben.
„Künstlersoforthilfe Stuttgart“, die Kunstschaffenden mit kleinen Direkthilfen durch die arbeitslose Zeit hilft.
Der noch anstehende Livestream als Band, die Realisierung der Kampagne und die Nutzung der Plattform gofundme werden mit den restlichen Geldern finanziert.
Uns – und wir hoffen auch euch – bleibt die Freude über dieses tolle solidarische Handeln, über die Verbundenheit in Zeiten, die man gemeinsam überstehen muss und gemeinsam beeinflussen kann.
Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Kultur zu erleben muss vorübergehend neu definiert werden.
· Neues Album: Jäger lauf
· Solidarität mit Menschen auf der Flucht
· Kultur in der Krise
Releasekonzert: abgesagt.
Benefizkonzert: abgesagt.
Alle weiteren Termine im April: abgesagt.
Kopf in den Sand stecken: abgesagt.
Aufgrund der aktuellen Situation werden wir unser Releasekonzert zum neuen Album „Jäger lauf“ im Internet mit euch feiern. Wir laden herzlich ein, am 28.03.2020 um 20:00 Uhr auf Youtube bei uns vorbeizuschauen. Applaus und eure Beiträge sehen wir dann hoffentlich im Live Chat oder in der Instastory.
Um die Kosten für die Produktion des Livestreams zu decken, haben, wir eine Crowdfunding Kampagne ins Leben gerufen. Alle Einnahmen darüber hinaus gehen zur Hälfte an „The Hope Project und zur anderen Hälfte an Kulturschaffende, die aufgrund der aktuellen Situation mit massiven finanziellen Einbußen zu rechnen haben.
Unser Spendenziel wollen wir bis zum 28.03.2020 erreichen. Die Kampagne wird danach noch weiterlaufen und wir freuen uns über jeden, der sich in der aktuellen Zeit seinen Beitrag leistet.
Zur Kampagne: https://quietlane.com/corona
Funny wie viel Aufmerksamkeit auf einen zugetragen wird, sobald man das Happiness Festival bespielen darf. Leute respektieren das. Respektieren uns und unser Produkt nochmal mehr bzw. aus nem anderen Blickwinkel heraus. Wir freuen uns auch mega auf dieses besondere Event und die Wirkung und die Show ist bis zu einem bestimmten Maß ja auch gewollt. In eine unreflektierte Scheinwelt, wie sie einem öfter in solch einem Kontext zugetragen wird, driften wir dadurch aber nicht ab. Denn neben dem obligatorischen Teilen der Big Events und der schönen Seiten des Bandlebens, den lustigen Raps, den Katzenvideos, den neuen Songs, den glamourösen Fotos auf den Spitzen der Eisberge, wartet ein QL-Büro auf Hochbetrieb, das sich damit beschäftigt wie Big Mama social media betrieben werden will – regelmäßig. UND sinnvoll?. Schon am selben Abend einer coolen Slot-Zusage sitzen Hannes und ich schon wieder am Schreibtisch, planen, labern, booken, üben…ganz ohne Schein und Spotlight. Wir machen das gerne – jeder pflegt ja sein Baby? Ist nur spannend mal hinzuschauen wie viel Zeit und Hingabe das Sein benötigt. Schein und Sein – Traumwelt und Realität sind wahrscheinliche, naheliegende Sphären in und zwischen denen sich Künstler bewegen. Lediglich die Dosis an Träumerei und an organischer Bandarbeit mit viel Schweiß unterscheiden sich dabei wohl zwischen den Bands – ggf. auch in Abhängigkeit der Phasen einer Bandentwicklung sowie vom Selbstbild und der Authentizität einer Band. Euphorie ist wunderbar und begleitet Momente, die einfach genossen werden wollen. Vorfreude und Stolz zeigen sich auch hier und da bei uns. Aber nicht too much oder auch nicht großartig in unserer Kommunikation a la „Sind-Wir-Geil“ oder „Nach diesen beiden Slots dieses Jahr werden wir gesigned“. Nope – viel zu hoch wäre der Fall aus einer solchen Luftblase. Und nope – so sind wir eben einfach nicht. Auch unsere Familien und Freunde sind dabei Anker, die nicht erst seit der Band für uns da sind, uns stets den Spiegel vorhalten und uns stets von hohen Rössern runterschmeißen würden. Wir wachsen stets aus dem heraus worauf wir Bock haben und nicht auf etwas zu, das andere für uns vorsehen. So bleiben wir zufrieden und arbeiten mit dem was da ist, auch wenn man zunehmend professioneller wird und sich hier und da hochglanzpoliert präsentiert. Und jetzt Schluss mit Narzissmus und ran an die neuen Songs. Wir sehen uns schon bald. Amen
P.S. Ab heute ist unsere erste Single Hinter der Nacht auf allen gängigen Streamingportalen zu finden.
Arrangements
In den letzten drei Monaten des Jahres 2019 haben wir unser zweites Album Jäger lauf aufgenommen. Das Ausarbeiten der Arrangements für die neuen Songs mit der Vielzahl an Instrumenten, die uns zur Verfügung stand hat viel Zeit in Anspruch genommen und war für alle Beteiligten ein großes Lernfeld. Stand jetzt sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis und jeder hat auf „Jäger lauf“ seinen Platz gefunden.
Album
Das ganze Jahr war ausgerichtet auf die Produktion des zweiten Albums „Jäger lauf“. Wir haben im Vergleich zu 2018 ein bisschen weniger Konzerte gespielt, uns aber dafür allerlei andere Aufgaben auferlegt.
Backstage
In diesem Jahr war wirklich alles dabei. Im Kulturhaus Osterfeld war der Backstageraum ein Klassenzimmer. In Dennach der Gruppenraum der Jungschar und in Tübingen gibt es sowas nicht. Warmspielen vor den Toiletten oder in irgendwelchen Treppenhäusern sind wir gewohnt.
Calw
Was für ein verschlafenes Städtchen im Nordschwarzwald. Idyllisch gelegen mit einer sehr sehr schönen Altstadt und einem noch schöneren Studio. Auch das neue Album wurde bei Black Shack Recordings aufgenommen.
Deutsch
Die ersten konkreten Überlegungen zukünftig deutsch zu singen kam auf der Fahrt zum Songslam in Heppenheim. Wir standen im Stau zwischen Pforzheim und Karlsruhe und haben zum ersten Mal Optionen sondiert und den Grundstein gelegt für den weiteren Verlauf des Jahres.
Engin
…ist ein Künstler aus Karlsruhe und wir mussten nach München auf einen Songslam fahren um ihn kennenzulernen. Die Sympathie war an diesem Abend sofort da und es entstand die Idee zum Jahresabschluss in Dennach gemeinsam ein Konzert zu spielen. Schaut mal in den Netzwerken nach ihm. Lohnt sich.
Faber
„…Kratz mich am Bart kratz mich am Bauch wer nicht schwimmen kann der taucht.“ Seine Musik und sein Umgang mit der deutschen Sprache hatte dieses Jahr einen großen Einfluss auf unseren Sprachwechsel. Offen, direkt, ehrlich und authentisch.
Gesundheit
Das vierte Jahr neben dem Vollzeitjob, Familie, Verpflichtungen fordert seinen Tribut. Natürlich lieben wir was wir tun und die Tatsache, dass das immer noch eine sehr intensive Liebe ist, lässt einen oft über die eigenen Leistungsgrenzen rausgehen. Dieses Jahr haben wir das sehr deutlich gespürt und werden die Erkenntnisse daraus ins neue Jahr mitnehmen und unser Pensum entsprechend anpassen.
Hutgage
Alle sitzen im gleichen Boot. Jeder Veranstalter, jede Band, jeder Pächter muss über die Runden kommen und da die Optionen in der Kleinkunstszene Geld zu verdienen sehr gering sind gehen viele Veranstalter zur Hutgage über. Es ist für die Musiker immer auch ein bisschen Wundertüte, aber rückblickend betrachtet sind wir damit selten schlecht gefahren.
Jäger lauf
27.03.2020 wird Jäger lauf veröffentlicht. Für uns eben auch durch die neue sprachliche Ausrichtung ein ganz besonderer Moment. Wir sind gespannt wie es euch gefällt.
Kinder Country
Allein durch unseren Konsum vor und während dem Studioaufenthalt müsste das Kinder Country Universum enorm Gewinn gemacht haben.
Lehrer
Manchmal mag man es nicht glauben aber das sind wir eigentlich hauptberuflich.
Milla
Wer fährt an einem Mittwochabend für 0€ Aufwandsentschädigung und 10 Minuten Auftrittszeit im Rahmen eines Songslams nach München. Ja genau. Wir sind in der Vorrunde ausgeschieden und haben 0 CD’s verkauft. Was für ein Abend. Querverweis zu E – wir haben Engin kennengelernt und durften in einem tollen Club spielen.
Noten
…gibt es im Hause QL nur für Cello. Da Caro bei vielen Konzerten 2019 dabei war, wurde ihr Anteil an Songs weiter ausgebaut. Gerade bei den neuen Songs ist es mittlerweile ein tragendes und wichtiges Element und für die Aufnahmen konnten wir richtig schöne Streicherarrangements schreiben und aufnehmen.
Osnabrück
Es gibt dort einen phänomenalen Songslam bei dem einige Künstler, die wir kennen bereits dabei waren und alle waren sehr begeistert. Osnabrück-Pforzheim ist leider eine relativ große Ecke aber es steht zumindest weiterhin auf der Konzertagenda 2020.
Pforzheim
Unsere Heimatstadt – da wo alles begann. Wir haben im März 2019 unser erstes eigenes Konzert im Kulturhaus Osterfeld vor 300 Menschen gespielt. Es war einer der schönsten Abende, die wir als Band erleben durften und wir sind sehr glücklich, dass wir 2020 mit Jäger lauf wieder zurückkommen. Pforzheim ist wahrhaftig keine kulturelle Hochburg für die Singer&Songwriterszene, aber wir tragen weiterhin unseren Teil dazu bei, dass sich das ändert.
QUIET LANE
Jetzt macht unser Bandname endlich mal Sinn. Bei Q wäre es schwierig geworden mit dem Jahresrückblickalphabet. Wir sind stolz und dankbar auf das was die letzten vier Jahre geschehen ist und wir hätten es uns nicht schöner ausmalen können. Alle Entwicklungen in und um diese Gruppe lassen uns menschlich und musikalisch wachsen und wir sind gespannt auf das was da noch kommt.
Roller
Beim Soundcheck wird oft geklimpert und Henrik hat in Weil der Stadt zufällig die Kamera draufgehalten. So hatten wir einen interessanten Schnipsel an traditionellem Mandolinenspiel von Stefan. Im Mai haben wir diese Idee ausgearbeitet und seither begleitet uns „The Roller“ bei Konzerten und ist natürlich auch auf dem neuen Album zu hören.
Songslam
Dieses Format hat uns die letzten Jahre in einigen Städten Tür und Tor geöffnet. Auch wenn der Wettbewerbsgedanke immer noch befremdlich ist, ist es vor allem für neue Künstler ein tolles Format sich einem breiteren Publikum zu präsentieren. In Städten wo wir noch nie waren, nutzen wir diese Plattform weiterhin.
Termine / Tour
Aufgrund unserer Jobs und anderen Verpflichtungen ist so eine klassische Tour für uns derzeit nicht möglich. Was aber immer besser funktioniert – Termine an Wochenenden und in den Ferienzeiten zu kombinieren. Lieber kompakt spielen und unterwegs sein, dafür dann aber mal ein oder zwei Wochenenden freie Zeit. Den perfekten Plan gibt es da vermutlich nicht, aber wir optimieren so gut wir können und werden auch 2020 wieder rumreisen und spielen.
Urlaubszeit
Das ist so eine Sache. Wir klammern zum Jahresbeginn immer ein bis zwei Monate für die Konzertplanung aus. Dann kommen oft interessante Angebote und Anfragen für diesen Zeitraum rein und das Planen beginnt von vorn. Hier ist unsere Konsequenz definitiv noch ausbaufähig.
Veränderung
Die Entscheidung zukünftig deutsch zu schreiben war mit Abstand die gravierendste Änderung der letzten Jahre innerhalb der Band. Wir hatten kontroverse Diskussionen, positive und negative Rückmeldungen und sind wahnsinnig gespannt inwiefern uns das neue Album weiterbringt. Unser Ziel ist natürlich die alten Weggefährten mitzunehmen und sich neue zu erschließen. Wir werden sehen.
X = Die Unbekannte
Im Bandalltag sind wir immer wieder mit Situationen konfrontiert, auf die wir uns nicht vorbereiten können. Wir bekommen immer mehr Routine im Umgang damit und schaffen es die Dinge zunehmend gelassener zu betrachten. Gleichzeitig wächst auch immer mehr die Vorstellung wie wir uns Dinge wünschen. Somit sind wir klarer in dem was wir wollen und können besser kommunizieren.
Youtube
Die Werbeanteile sind zu hoch aber abgesehen davon ist es ein tolles Medium, um seine Kunst zu präsentieren. Dieses Jahr haben wir eine Session mit dem Kulturbüro Sorglos gemacht und gemeinsam mit Indigo Pictures zwei Livevideos aufgenommen. Neues Zeug gibt es ab Ende Januar.
Zukunft
Wir freuen uns auf 2020. Wir freuen uns auf die Begegnungen mit euch und auf die Konzerte. Danke für eure Unterstützung und dafür, dass ihr tatsächlich den ganzen Text bis zum Ende gelesen habt.
Eigentlich wäre der Titel schon genug der Worte. Doch außer die frisch gebackenen Eltern unter uns kann sich vielleicht niemand mehr so genau an eine Geburt erinnern:)
Es beginnt mit dem Kennenlernen…ja ok- überspringen wir den Part. Es hat gefunkt und es passt nun alles seit 4 Jahren und letztendlich schon 4 anderen CDs, die das Licht eurer CD-Player erblicken durften. Oldschool dieses Wort „CD-Player“. Aber immer noch ne feine Sache handgemachte Musik auch in der Hand haben zu können.
Einmal tief durchatmen bitte, denn erst im Nachhinein, wenn der Schweiß von der Stirn verschwindet, die Vorbereitungen abgeschlossen und das Produkt gemastert, designed und gepresst in unseren Händen liegt, ist es wirklich geschafft.
Spannend mal hinzuschauen was es zur Fertigstellung der Platte alles brauchte und wie wir uns vorbereiteten.
Die Liste ist lang.
Aufmerksamkeit in Höchstform und Kommunikation auf allen Kanälen, Komponieren, Proben, Ausfeilen, Varianten arrangieren, ausprobieren und festigen, Live-Spielen, Vor- und Nachbereiten all day long. Und das alles auf neuem Boden deutscher akustischer Musik. Ein Boden den Hannes und ich erst kurz zuvor betreten hatten. Viel Vorbereitung und ausreichend investierte Zeit im Voraus ebnen den Weg für handlebare Studiotage, die selbst immer wieder mit Überraschungen gespickt sind.
Wir fragen uns von Platte zu Platte mutiger und entschlossener was ein Song tatsächlich braucht. Hannes weiss wo wer spielt und hat viel Gefühl dafür wo wer seine Stärken einbringen kann. Ein Tüftler mit dem Blick fürs Ganze. Im Studio werden Kenntnisse und Fähigkeiten nicht einfach zusammengeworfen wie Bauteile – wie Produkte, die dann zusammen ein Endprodukt werden. Der Prozess verlangt Authentizität und die Bereitschaft sich einzubringen, sich wertschätzend auszutauschen und immer wieder auch Neuland zu betreten. Das merkten wir bereits in der langen Vorbereitung und auch in den QL-Proben.
Man könnte meinen, dass mit wachsender Spielerfahrung die benötigte Studiozeit geringer würde. Doch nein – Ansprüche wachsen, Pläne und deren tatsächliche Umsetzung brauchen Zeit und es wird ein gewisser offener Raum für Neues benötigt, das einzig und allein im Studio zum Vorschein kommt, dort entsteht und weiterentwickelt wird. Da sitzen hier und da 5 Menschen 8 Stunden täglich aufeinander, hören diesen 1 Song zum gefühlt 3000. Mal, verwerfen, tüfteln und kritisieren konstruktiv. Da kommt jeder mal an die Grenzen seiner Energiereserven. Schön, dass wir in diesem kreativen und anstrengenden Prozess immer wieder eine Einheit geblieben sind und sich jeder selbst ein bisschen mehr kennenlernen konnte.
Eine Truppe, die in Bewegung bleiben möchte, in der sich jeder vorbereitet, Bock hat Teil eines Ganzen zu sein und bereit ist, viel Austausch über tollen Ideen und das neue Projekt FOLKSMUSIK mit zu tragen.
Klingt nach Arbeit. Ist es auch. Wie gut, dass die QL-Crew bei der akribischen Arbeit auch stets alle entspannt vereint… die Kindercountryliebhaber, die Raucherpausengenießer, die Zuspätkommer, die Partyqueens, die Detailausfeiler, die Quatschnasen, die Sensiblen und die Marschierer, die Müden und die Wachen, die Jungen und die Halbjungen, die QL-ienen und Ql-er.
Stolz sind wir auf alle, dankbar und gespannt.
In der Musik verliert man sich, kann sich gehen lassen, überwindet sich und macht kulturelle und soziale Unterschiede innerhalb unserer Gesellschaft für den Moment bedeutungsloser. Die Optionen der Interpretation und die Möglichkeiten eigene Anteile hineinzugeben sind endlos. Musik und die Art und Weise sie zu spielen ist so unterschiedlich wie die Zugänge der Zuhörer*innen. Manche verlieren sich in den Instrumenten, andere orientieren sich an den Worten, der Emotion, der Performance, der Visualisierung oder der Dynamik.
Durch die letzten Jahre zieht sich inhaltlich eine Rückmeldung von ganz unterschiedlichen Menschen, die unsere Konzerte besucht haben. „Wir finden euch musikalisch so toll, können aber nicht simultan übersetzen und wissen gar nicht über was ihr eigentlich singt.“ Natürlich macht man hier und da Ansagen, erzählt vor oder nach den Songs Auszüge des Inhalts, aber letztendlich sind es vertonte Geschichten die auch am besten wirken, wenn sie als solche dargeboten werden.
Wir haben uns das zu Herzen genommen und uns immer wieder reflektiert. Letztendlich entschieden wir uns immer wieder für englische Texte, da wir uns damit sehr wohl fühlten und diese authentisch darbieten konnten. Die Gründe dafür sind zum einen die Macht der Gewohnheit, weil zumindest ich (Hannes) die 15 Jahre vor QL immer englische Sachen gemacht habe und weil sich die Sprache für Folkmusik einfach sehr gut eignet. Eben weil sie so weich ist. Zudem ist es so, dass man im englischen viel einfacher vage oder geheimnisvoller bleiben kann. Ein weiterer Vor- und gleichzeitig auch Nachteil ist, dass man als Fremdsprachler nicht so viele Optionen hat, Situationen zu beschreiben. Man kommt schneller zum Punkt, muss aber auch auf Redewendungen, Wortspiele verzichten, einfach aus dem Grund, weil man sie nicht kennt. In der deutschen Sprache bewegt man sich immer auf einem schmalen Grat zwischen Kunst und Kitsch. Auf der anderen Seite bietet sie einem auch wahnsinnig viel neue Möglichkeiten Dinge auszudrücken.
Das zweite Album war eigentlich fertig geplant, die Songs waren ausgewählt, arrangiert und mit allen gut geprobt. Der Albumtitel stand quasi schon und eigentlich hätten wir in zwei Wochen nur noch nach Calw fahren müssen und das Ding einhämmern. Die folgende Entscheidung trotzdem jetzt zu treffen hat einen ganz pragmatischen Grund. Wir wollten nicht sehr viel Geld für ein zweites Album ausgeben, das in der Form nach dem Release nicht mehr bespielt wird. Also haben wir uns im August Zeit genommen und uns mal ernsthaft über die Wurzeln und Gegebenheiten unserer Lieder ausgetauscht. Die Geschichten dahinter waren Grundlage für die Entstehung der deutschen Texte. Das alles hat besser funktioniert als erwartet und wir sind mit dem Resultat bis jetzt sehr zufrieden und glauben auch, dass wir für uns zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung getroffen haben. Das neue Album wird deutsch sein. Da es noch ein bisschen dauert bis ihr was Neues zu hören gibt, haben wir einen alten Song (Summer Nights) mit einem alternativen deutschen Text geschrieben. Quasi als kleiner Appetizer für das neue Material. Keine Angst, wir schreiben jetzt nicht alles, was wir bisher gemacht haben, um. Die alten Songs sind zu einer Zeit entstanden, in denen sich englisch sehr gut und richtig angefühlt hat und wir lieben die Songs immer noch genauso wie sie sind und werden einen Teil davon auch weiterhin live spielen.
Wir sind gespannt auf euer (persönliches) Feedback, auf den Netzwerken, im Blog oder per Mail. Zum Jahreswechsel gibt es dann was Neues auf die Ohren.
Bis dahin… deutsche Grüße von Hannes und Simon